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24.02.2018

Hier mal was Kulturhistorisches: Die 5 Freunde mit "Liebling, Lass Uns Waffen Klauen"

Sollte man kennen - sollte man gesehen haben - sollte man mögen - "aber vorher noch... Punk!"




Indiepopperlentauchen mit alaska und ihrer neuen EP "Whitewash The Tidemarks"

Ich kann machen was ich will... Schreibe ich etwas über eine deutsche Band, ist die Chance nicht gerade gering, dass diese dann aus Hamburg kommt oder zumindest dort irgendwie assoziiert ist. Liegt das an meiner persönlichen Affinität zur Elbmetropole? Oder ist es der Tatsache geschuldet, das dort nun einmal großartige Bands zuhause sind oder waren? Vermutlich lässt sich weder der einen, noch der anderen These gänzlich widersprechen. Also schreiten wir zur Tat und stellen mal wieder ein echtes Glanzlicht in den Schein meiner bescheidenen, aber geneigten Öffentlichkeit hier auf 33rpmPVC.de...


Als ich die Band alaska vor gut 3 Jahren zum ersten mal relativ zufällig wahrgenommen habe, fiel mir zunächst nur das Cover des Albums "These Sacred Floors" auf. Aber irgendwie sprach mich das dermaßen an, dass ich mir das Album, obwohl leider nur auf CD erhältlich, besorgt habe. Wie sich herausstellte, war meine intuitive Herangehensweise ein einziger Glücksgriff, denn hinter dem Cover steckte ein in meinen Augen phänomenales Meisterwerk des Indie-Pops. Hätte ich das gehört, ohne vorab zu wissen, das es sich um eine deutsche Band handelte, wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, dass dem so ist. Auch stellte ich erstaunt fest, das alaska alles andere als Neulinge waren. Die erste 7"-Single "Kings Of The Class" ‎ wurde bereits 1999 veröffentlicht und das erste Album "Nouveau Liberty" folgte 2005. Da marschiert jemand langsam und in großen Schritten, aber qualitativ auf stetig hohem Niveau...

Nun, gut 3 Jahre nach meinem persönlichen Erstkontakt, gibt es endlich neuen musikalischen und auch auf Vinyl gepressten Output von alaska. Die EP "Whitewash The Tidemarks" ist vor kurzem - wieder auf dem tollen Indielabel Marsh-Marigold Records, die bereits Die 5 Freunde oder die Acid House Kings veröffentlicht habeb - erschienen. Und wie kaum anders zu erwarten war, handelt es sich bei den 6 Titeln wieder um allerfeinsten Indie im Spannungsfeld von Twee-Jangle-Dream-C86. Rockige Titel wie der Opener "Motorway" gelingen ebenso eingängig wie beispielsweise der eher balladesque, fast schon traurige Song "We Don't Sing Anymore" (was hoffentlich nicht wörtlich zu nehmen ist...). Künstlerische Bezüge zu Bands aus der Hochzeit des Genres zwischen 86 und 89 oder der legendären The Subway Organisation gibt es reichlich. Doch alaska schaffen es es fast spielerisch, dies ins Hier und Jetzt zu transferieren, ohne dabei auch nur ansatzweise in den Verdacht einer epigonalen Retroband zu geraten...

Das Vinyl ist in einer Auflage von je 100 Stück in Rot, Blau und Weiß erschienen. Da sollte man sich vermutlich ranhalten, will man noch eins der Stücke ergattern. Aber per Download oder Stream  (oder unten am Ende des Artikels) - sofern präferiert - ist es ebenso möglich in den Hörgenuss zu kommen und damit Künstler zu unterstützen, von denen man auch in Zukunft noch etwas hören möchte. Vielleicht werden die Schritte auf der Straße der Veröffenlichungen ja auch mal etwas kleiner...

05.02.2018

Re-Issued::: Go! Back With The Times

[m] Der Schreck ist mir schon ein wenig durch die Glieder gefahren, als ich nach Erhalt des Pakets mit der Platte zunächst aus Zeitgründen die CD im Auto angehört habe. Ob es nun an der im Fahrzeug befindlichen und ansonsten tadellos funktionierenden Anlage lag oder nicht, weiß ich nicht. Aber der Sound klang dermaßen dünn und nach "Kitchen-Demo", dass der erste Hördurchgang alles, nur keinen Spaß machte. Eine zweite Runde gab es dann im Auto auch nicht mehr. Glücklicherweise stellte sich bald heraus, dass die Vinylplatte auf der heimischen Stereoanlage deutlich, um nicht zu sagen DEUTLICH besser klang, ohne natürlich den ungekünstelten Charme des zeitlichen und damit klanglichen Kontextes zu verlassen. Normalerweise halte ich nicht viel von den Schwanzvergleichen von CD und Vinyl, aber in diesem Fall liegt die Vinylversion meilenweit in Front. Und ich bin sicher kein Klangpedant. Vielleicht muß ich mir die CD auch nochmal ins Wohnzimmer holen, um der Fairness halber den Vergleich zu komplettieren. Aber darum allein soll es hier ja nicht gehen...

25.11.2017

Jetzt! aber... Weihnachtskonzerte von DLDGG mit besonderer Note














Für alle alten und natürlich - nach Veröffentlichung der phänomenalen Compilation ""Liebe In GROSSEN Städten 1984-1988" über die wir >hier< auch berichtet haben - neuen Fans von Jetzt!, gibt es anlässlich der anstehenden Weihnachtskonzerte der Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen eine überraschende Ankündigung: Michael Girke wird in Hamburg und Berlin mit den Gentlemen-Ligisten als Backingband einige Songs von Jetzt! spielen. Als wären Konzerte der Liga nicht ohnehin schon ein Grund alles stehen und liegen zu lassen, gibt es jetzt keine Ausreden mehr.  Mit dabei noch die Tapete Records-Nachwuchs-Indie-Postpunk-Pop-Hoffnung Zimt. 2017 bekommt einen krönenden Abschluß...

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen auf Tour:
27.12.17 Bremen - Lagerhaus
28.12.17 Hamburg - Knust (Special Guest: Jetzt!, Support: Zimt)
29.12.17 Berlin - Bi Nuu (Special Guest: Jetzt!, Support: Zimt) 

19.11.2017

The Skids kündigen neues Album nach 37 Jahren an



[dh] Was für eine Nachricht: Dunfermlines Post-Punk-Heroen um den charismatischen Frontmann Richard Jobson bringen am 12.01.2018 mit „Burning Cities“ ihr fünftes Studioalbum heraus. Das letzte Album bisher trug den Titel "Joy" und stammt aus dem Jahr 1981. Wenn das mal nicht eine sehr -  sehr kreative Pause war...

Tony Butler (Ex – Big Country) kündigt Soloalbum an.



[dh] Jeder hat ja so seine Geschichte, wie er zu dem Musikstil gefunden hat, der einen nun schon seit Jahrzehnten prägt. Bei mir ist es immer noch Big Country´s 1983er Debütalbum „The Crossing“ und meine erste Berührung mit Ihnen in Form des Songs „Fields of Fire“. Seit dem verfolge ich so ziemlich alles was mit der Band zu tun hat. Ihr vorläufiges Ende, nach dem Album „Driving To Damascus„ (2000), Der Freitod von Sänger Stuart Adamson 2001. Ihr Comeback 2009 mit unzähligen Livekonzerten vor allem in England und Schottland, das im 2013er Album „The Journey“ endet...

18.11.2017

Monoklub mit neuer 7"-Single: Was Uns Verbindet / Raus Mit Der Sprache

Ich bin ja eigentlich kein Sammler von 7"-Singles. Nicht dass mir das Format nicht gefällt. Eigentlich im Gegenteil. Aber ich habe mich eigentlich recht früh auf 12" und Alben festgelegt und wollte "kein neues Fass (ohne Boden) aufmachen". Singles sammeln kann ganz schön ins Geld gehen...

Aber es gibt berechtigte Ausnahmen. Da muss es auch schon mal eine Single sein. Bestenfalls von Bands, deren Output bei mir ganz oben auf der "Long Awaited"-Liste stehen. Und in diesem Fall kommt zu diesem Umstand noch die Komponente Artwork hinzu. Das ich ein besonderes Faible für den Monoklub aus HH habe und die Band musikalisch einfach genau auf den Punkt meinen Nerv trifft, habe ich hier bereits mehrfach kundgetan. Wenn man dann tatsächlich lange auf etwas neue Mucke von den Jungs gewartet hat und diese noch in einer derartig gelungenen "Verpackung" daher kommt, dann darf, bzw. dann muß es auch mal eine 7" sein. Die Coverillustration von Tobi Dahmen, dem mittlerweile wohl auch über Szenegrenzen hinaus bekannten Künstler und Zeichner der "Fahradmod"-Graphic Novels, passt zur Band und zur Musik wie die berühmte Faust auf`s Auge und ist für sich genommen schon ein Kaufargument...

Hörtipp: Felt - The Optimist And The Poet



Muss ich jetzt mal hier posten. Einfach weil's ein grandioses Instrumental einer grandiosen Band ist. Vermutlich für viele Leser ein weiterer Beitrag aus der beliebten Reihe "Unbekannte Helden". Obwohl zuletzt Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen einiges dafür getan haben, damit diese ehrwürdige Band nicht komplett vergessen bleibt...


Kettcar - Neues Album „Ich vs.Wir“



Nachdem ich selbst berufsbedingt momentan hier eher durch Abwesenheit glänze und mein Kollege Dirk sich ja letzte Woche bereits um den Artikel zur neuen Slime-Platte verdient gemacht hat, gibt's jetzt Nachschlag in Form der neuen Kettcar-Pladde! Bitteschön...

12.11.2017

Slime sind wieder da! Im "Hier und Jetzt"...




[dh] „Hier und Jetzt" heißt das neue Werk der Hamburger Punkrock-Legende. 5 Jahre nach „Sich fügen heißt Lügen“ melden sie sich wieder zurück. Nach eigener Aussage, weil „ … die Band wieder Bock darauf hatte und die Leute sich freuen das wir wieder da sind“. Musikalisch kommt das Album vielleicht nicht ganz an „Viva la Muerte (1992)“ und meinem absolutem Lieblingsalbum „Schweineherbst" (1993) (EINSPRUCH! vom Kollegen... ;) ) heran. Dennoch probiert sich die Band aber erfolgreich an verschiedenen Musikstilen -  ein wenig PowerPop wie im fast schon balladesquen „Hier und Jetzt“ oder in „ Ernie und Bert in Guantanamo“ , HipHop-Anleihen mit Hilfe von Swiss und Pablo Charlemoine von Irie Révoltés in in „Patrioten“, aber auch melodischen, straighten Punkrock gibt es weiterhin in „Unsere Lieder“ oder mit leichten Oi-Anleihen in der Mitsing-Hymne „ Let`s get United“. Noch etwas härter im Slime-Stil von Anfang der 90er Jahre kommen „ Brandstifter„ oder „Die Geschichte des Andreas T.“ daher...

Textlich geht es um die großen Veränderungen dieser Zeit, Rechtsruck der Gesellschaft, Neoliberalismus oder auch die Gentrifizierung (Ich kann die Elbe nicht mehr sehen) oder die immer größere Überwachung unserer Gesellschaft. Ne Menge bekannte Gäste waren außerdem an diesem Album beteiligt: Betoncombo´s früherer Gitarrist , Frank Nowatzki, Rodrigo Gonzales von den Ärzten, außerdem sind die Bläser der Gruppe Seeed und der Kinderchor Kids On Stage zu hören. Gemischt hat das Album Oliver Zülch (Die Ärzte, Sportfreunde Stiller, Die Toten Hosen u.a.). Textlich half bei einigen Songs auch noch Max Richard Leßmann von Vierkanttretlager mit...

Alles in allem ein sehr gelungenes Album mit viel Aussagekraft. Musikalisch geht man auch in andere Richtungen (HipHop , Folk oder Ska Anleihen) und verbreitert damit auch seinen eigenen musikalischen Horizont. Als Anspieltip „Let`s get United“. Hier sind Enrico von Los Fastidios und Paul von den Wakes für die weiteren Textzeilen in ihrer jeweiligen Landessprache verantwortlich...